Programmieren als Schulfach?

Das Kinder schon in frühem Alter an das Programmieren herangeführt werden und IT-als Schulfach integraler Bildungsbestandteil wird, ist in vielerlei Hinsicht notwendig. In einer zunehmend digitalisierten Welt, ist es unumgänglich die Grundlagen der Technik zu verstehen um sich im Leben zurechtzufinden.

Für das Leben sollst du lernen…

Die Zeiten als „IT-Nerds“ ihrer Leidenschaft in ihrer Freizeit frönten und von Außenstehenden vielfach belächelt wurden sind schon lange vorbei. Ohne Computer wäre die Welt von heute kaum noch vorstellbar, zu viele Prozesse sind mittlerweile vollkommen digital. Das Kinder in der Schule nicht für eben diese, sondern für das Leben lernen sollten, ist keine Binsenweisheit sondern nur logisch. Welche Bereiche das im einzelnen sind, ist durchaus verhandelbar, Programmierkenntnisse und das Verständnis über digitale Prozesse gehören heute aber in jedem Fall zum Basiswissen dazu, wenn man Schüler „fit für die Zukunft“ machen möchte.

Smartphone als Alltagsbegleiter

Viele Grundschüler Leben heute schon digital, immer jünger kommen Kinder mit dem Internet in Berührung. Das Smartphone ist für sie immer öfter ein ständiger Alltagsbegleiter und eine Zeit vor dem Internet gibt es für heutige Generationen gar nicht mehr. Das Informatik sowie die Herausforderungen, Gefahren und Potentiale einer digitalen Welt somit früh vermittelt werden müssen lässt sich nicht von der Hand weisen. Zwar ist es nicht so, dass Programmieren überhaupt nicht gelehrt wird, doch die wenigsten Kinder verlassen die Schule derzeit mit einem fundierten „digitalen Rüstzeug“. Der Informatikunterricht ist meist freiwillig, lässt somit viele außen vor und wird zudem meist erst in höheren Klassen angeboten.

Deutschland hinkt hinterher

Andere Länder, beispielsweise Japan, sind in dieser Hinsicht schon weiter. Unlängst hat Japan eine Schulreform auf den Weg gebracht, welche ab dem Jahr 2020 greifen soll und Kindern bereits im Grundschulalter digitale Themen und die damit einhergehende Verantwortung nahebringen soll. Die deutsche Politik hat zumindest schon erkannt, dass entsprechende Reformen fehlen und dringend entwickelt werden müssen, um im so wichtigen Bereich Bildung hier nicht dauerhaft den Anschluss an andere Länder zu verlieren. Doch der Zug rollt langsam – sehr langsam. Bereist im Jahr 2016 verkündete die Bundeskanzlerin: „Ich glaube, dass die Fähigkeit zum Programmieren eine der Basisfähigkeiten von jungen Menschen wird, neben Lesen, Schreiben, Rechnen.“ Woher dieser Glaube rührt, wenn die Politik entscheidende Schritte nicht einleitet, bleibt fraglich. Zwar ist Bildung in vielen Bereichen Ländersache, ein übergeordnetes Konzept kann und müsste vielleicht von der Bundespolitik vorgelegt werden um Bundesländern Anreize und Möglichkeiten aufzuzeigen.

Programmieren nur ein Teil des Ganzen

Mit Programmieren als Schulfach alleine ist es aber nicht getan. Man kann nicht von Kindern, die gerade erst Rechnen und schreiben lernen, erwarten Probleme im digitalen Kontext zu lösen. Gerade deshalb ist es aber dringend erforderlich, ein entsprechendes zu entwickeln welches Kinder altersgemäß an die Thematik heranführen. Technische Abläufe, vernetzte Systeme, logisches und kritisches Denken gehören deshalb genau so auf den Lehrplan wie Kenntnisse über Quellcodes, Algorithmen.

Die Zukunft wird viele heute schon vorhandene Techniken etablieren und somit massentauglich machen. Smart-Homes, vernetzte Städte, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz werden für künftige Generationen keine Zukunftsmusik, sondern Alltag sein. Wer die Grundlagen dieser Technik nicht versteht, wird in gewisser Hinsicht immer einer Art Bevormundung ausgeliefert sein.

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